Was ist Spiritualität (für mich)?


Spiritualität ist für mich in erster Linie Verbindung.
Das Gefühl, dass ich und alles um mich herum miteinander verbunden sind.

Wenn ich im Wald stehe, dann spüre ich den Wald. Nicht nur die einzelnen Bäume, sondern den ganzen Kosmos dieses Ökosystems. Ich spüre seine Weite – und auch sein Bewusstsein.
Und wem das jetzt zu spinnert ist, der sollte einfach nicht weiterlesen. Völlig in Ordnung.

Meine Spiritualität hat nichts mit Naturwesen zu tun. Auch wenn ich daran glaube, dass Natur belebt ist und dass Orte eine Seele haben. Ich denke, wenn wir an bestimmten Orten stehen – zum Beispiel an Quellen, auf Berggipfeln oder an Seen oder vielleicht auch sowas Unspektakuläres wie die Waldlichtung auf deiner täglichen Hunderunde – dann macht das etwas mit uns. Dann gehen wir in Resonanz.

Resonanz ist auch so ein Wort, das für mich tief mit Spiritualität verbunden ist.

Was ist Resonanz?

Wenn etwas in uns ein Gefühl der Verbindung auslöst. Wenn wir sozusagen „gleich“ schwingen. Das muss nicht immer mit Menschen zu tun haben. Das kann auch ein Ort sein, ein Musikstück, ein Buch, eine Pflanze oder ein Tier.

Für mich hat Spiritualität nichts mit Gott oder dem Glauben an etwas Göttliches zu tun. Das wirkt für mich schnell sehr menschengemacht. Ich glaube auch nicht an Engel oder Feenwesen. Ich glaube eher an unsere eigene menschliche Verbindung mit dem Bewusstsein dieser Welt.

Spiritualität hat für mich auch viel mit Rhythmus zu tun.

Wenn ich wieder in die Natur schaue, sehe ich überall Zyklen: Phasen der Aktivität und Phasen der Ruhe. Phasen des Wachstums und Phasen des Vergehens. Alles wiederholt sich – ein ewiger Kreis.

Das ist für mich Spiritualität.


Und wichtig:
Meine Spiritualität muss nichts mit deiner Spiritualität zu tun haben. Wir alle erfahren die Welt anders. Unsere Prägungen, Erfahrungen und Wahrnehmungen sind unterschiedlich. Für den einen sind bestimmte Dinge wichtig, für den anderen andere.


Es gibt hier kein richtig oder falsch.


Wenn sich etwas für dich gut anfühlt, dann geh diesen Weg. Egal, was dir drölftausend Life-Coaches erzählen. Mach dein eigenes Ding daraus.


Ich glaube sogar, dass wir genau das ein Stück weit verlernt haben. Wir wissen oft gar nicht mehr, wann sich etwas für uns wirklich richtig oder gut anfühlt.


Warum Spiritualität für mich so wichtig ist?


Durch sie beschäftige ich mich mehr mit mir selbst – auf eine gute Art. Ich reflektiere mich, ich nehme wahr, ich komme ins Spüren. Dadurch werde ich achtsamer mit mir selbst und dadurch auch achtsamer mit meiner Umwelt und mit meinen Mitgeschöpfen – egal ob Mensch, Tier oder Pflanze.


Wie erfahre ich meine Spiritualität?


In erster Linie in der Natur. Vor allem in meinem Garten. Wenn ich einen Ort so gestalte, dass er eine Oase für Mensch und Tier (auch die, die wir oft nicht so mögen. Wühlmaus, hallo) wird. Wenn ich mit den Händen tief in der Erde grabe. Wenn ich mit Alma durch den Wald gehe, innehalte, mich hinsetze und wirklich wahrnehme.


Wenn ich meine Sinne öffne – auch die, die man im Alltag sonst kaum benutzt.


Dann bin ich spirituell unterwegs.